Hypnose: Kontraindikationen

Die Beschäftigung mit einer BDSM-Praktik ist nicht vollständig ohne die Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen. Auch bei der erotischen Hypnose gibt es Kontraindikationen, also Fälle, in denen diese Praktik nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen durchgeführt werden sollte.

Im Artikel „Kontraindikationen, Bühnenhypnose und Willenlosigkeit“ [1] erläutern die Autoren Burkhard Peter und Dirk Revenstorf,

[…] dass zur Durchführung von Hypnose eine gute, klare und einfach strukturierte Beziehung nötig ist. Als kommunikatives Minimum muss gewährleistet sein, dass eine Person in Trance in ihrem aktuellen Erleben innehält oder gar aus der Trance zurückkommt, wenn der Therapeut oder Experimentator sie darum bittet. Es folgt vor allem aber, dass man mit Hypnose generell bei all jenen Personen vorsichtig sein muss, deren Wirklichkeitswahrnehmung strukturell instabil oder erheblich verzerrt ist. Das trifft im allgemeinen auf Psychotiker und Borderline-Patienten sowie mit Einschränkung auch auf bestimmte, zum Ausagieren neigende Hysteriker zu.

Im weiteren werden ausserdem Sucht- und Abhängigkeitsprobleme, sowie einige spezifisch die therapeutische Hypnose erschwerende Randbedingungen ausgeführt – letztere sind für unsere Zwecke weniger relevant.

Hier ist Vorsicht geboten …

Weitere Kontraindikationen, insbesondere für Hypnose als BDSM-Praktik und Hypnotiseure ohne Heilerlaubnis sind:

  • Herzerkrankungen, Thrombose, kürzlicher Schlaganfall oder Herzinfarkt (Gefahr einer Embolie – hier bitte mögliche Risiken einer Tiefenentspannung mit dem behandelnden Arzt abklären)
  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems (kaum abschätzbare Nebenwirkungen bei Störungen der Nervenleitfähigkeit)
  • Einnahme von Psychopharmaka aufgrund möglicher Wechselwirkungen
  • geistige Behinderung (hier ist die Wirkung einer Hypnose unabsehbar)
  • Epilepsie und ähnliche Anfallserkrankungen, da innerhalb der Hypnose möglicherweise ein Anfall provoziert werden kann
  • Endogene Depressionen und ADS (bereits unteraktive Gehirnareale können zum Schaden des Patienten weiter „heruntergefahren“ werden)
  • Schwangerschaft

Informierter Konsens ist hoffentlich selbstverständlich – wer aus jedweden Gründen nicht hypnotisiert werden möchte, sollte weder überredet noch „heimlich“ hypnotisiert werden!

Sollten eine oder mehrere der genannten Kontraindikationen zutreffen, muss ein potenzieller Hypnotiseur darauf aufmerksam gemacht werden, um die Behandlung ablehnen oder zumindest um mit besonderer Vorsicht weiter verfahren zu können. In diesen Fällen möchte ich zudem davon abraten, allein mit Hypnose-Soundfiles oder Hypnose-CDs zu experimentieren.


[1] Revenstorf, Peter (Herausgeber): Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin, 2. Auflage, 2009, S. 128 ff

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